Baumwolle hat ein gutes Image: Sie ist natürlich, weich, atmungsaktiv und biologisch abbaubar. Doch „Naturfaser“ bedeutet nicht automatisch „nachhaltig“. Gerade konventionelle Baumwolle bringt einige ökologische Probleme mit sich.

Rund 8.700 Liter Wasser werden für den Anbau von einem Kilogramm Baumwolle benötigt. Besonders kritisch ist das in trockenen Regionen, in denen die Baumwollpflanzen künstlich bewässert werden müssen. Auch beim Einsatz von Pestiziden gibt es Probleme: Rund ein Viertel der weltweit eingesetzten Insektizide landen auf Baumwollplantagen.

Dazu kommt der CO₂-Ausstoß. Allein der Anbau der Baumwolle für ein T-Shirt verursacht etwa 7 bis 9 Kilogramm CO₂. Verarbeitung und Transport sind dabei noch nicht berücksichtigt. Denn Baumwolle wird bei uns nicht angebaut, sondern stammt aus Ländern wie China, Indien, den USA, Pakistan oder Brasilien. Je nach Lieferkette wird sie anschließend über mehrere Stationen weiterverarbeitet. Ein Teil der Rohstoffe und Textilien wird dabei mit Containerschiffen über große Entfernungen nach Europa transportiert, bevor sie schließlich in Österreich ankommen.

Buchenholz statt Baumwolle

Bei Plufeschn gehen wir deshalb einen anderen Weg. Für unsere Kleidung verwenden wir Buchenholz aus Europa. Der Herstellungsprozess startet in Oberösterreich bei der Lenzing AG, wo das Holz zu Fasern verarbeitet wird, die anschließend für die Herstellung von Textilien verwendet werden können. Von da geht es weiter nach Vorarlberg, wo der Stoff mit wasserbasierter Farbe gefärbt wird. Danach kommt der Stoff zu uns nach Melk, hier werden unsere Kleidungsstücke von Hand geschneidert. So entsteht aus österreichischem Buchenholz Schritt für Schritt ein fertiges Kleidungsstück, mit der Wertschöpfungskette in Österreich.

Das bedeutet: Statt eines Rohstoffs, der über weite Strecken und internationale Lieferketten nach Europa transportiert werden muss, setzen wir auf österreichisches Holz und österreichische Verarbeitung.

Der fertige Stoff verbindet die natürlichen Eigenschaften der Holzfaser mit einem angenehmen Tragegefühl. Er ist atmungsaktiv, geruchsneutral und vollständig biologisch abbaubar. Gleichzeitig fühlt er sich besonders angenehm und weich auf der Haut an und eignet sich dadurch auch gut für Menschen mit empfindlicher Haut oder Neurodermitis. Gerade bei Kleidung sind diese Eigenschaften wichtig, denn was wir direkt auf der Haut tragen, sollte sich nicht nur gut anfühlen, sondern auch ein angenehmes Hautklima unterstützen.

Nachhaltigkeit beginnt bei der Materialwahl

Für uns bedeutet nachhaltige Mode nicht nur, welches Material auf dem Etikett steht. Entscheidend ist vielmehr der gesamte Weg eines Kleidungsstücks: Woher kommen die Rohstoffe? Wie werden sie verarbeitet? Wie lange kann das Kleidungsstück getragen werden? Und wo wird es produziert?

Bei Plufeschn werden unsere Kleidungsstücke von Hand in Melk gefertigt. Dadurch verbinden wir die Verwendung von Holzfasern mit regionaler Produktion und traditionellem Schneiderhandwerk. Statt möglichst schnell möglichst viele Kleidungsstücke zu produzieren, setzen wir auf Qualität, Langlebigkeit und eine bewusste Herstellung.

Baumwolle wird auch in Zukunft ein Bestandteil der Modewelt bleiben. Doch ein genauer Blick zeigt: „Natürlich“ und „nachhaltig“ sind nicht automatisch dasselbe. Mit unserer Holzfasermode aus Buchenholz möchten wir zeigen, dass es auch andere Wege gibt, Kleidung angenehm, hochwertig und bewusster herzustellen.

Denn Nachhaltigkeit beginnt nicht erst beim fertigen Kleidungsstück, sondern bereits bei der Frage, aus welchem Rohstoff es entsteht.

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